Allergie-Impfung | Hyposensibilisierung | Behandlungsmethoden

von Poxrucker (Kommentare: 0)

Hyposensibilisierung  - Allergieimpfung für ein befreites Leben?

Hyposensibilisierung  - Allergieimpfung für ein befreites Leben

Kaum sind wie jedes Jahr die ersten Anzeichen für den Frühling da, leiden Millionen Deutscher an einer Pollenallergie. Die Palette reicht von einer triefend, juckenden Nase bis hin zu geschwollenen Augen und sogar Atemnot. Die heimischen Apotheken bieten zwar die unterschiedlichsten Mitteln an, aber echte Abhilfe erreicht man nur durch rechtzeitige Prophylaxe. Durch eine rechtzeitige Allergieimpfung in der kalten Jahreszeit, bevor der Pollenflug einsetzt, werden nicht nur die Symptome bekämpft, sondern das gesamte Immunsystem wird langsam an die Pollenbelastung gewöhnt. Das Prinzip der Allergieimpfung gegen Heuschnupfen ist denkbar einfach. Durch eine Injektion werden dem Körper kleinste Mengen des Allergens zugeführt, dass beim Pollenflug das Immunsystem reizt und zu den lästigen bereits oben beschreibenden Symptomen führt. Diese spezifische Immuntherapie, auch kurz SIT genannt, hilft dem Körper jedoch nicht nur das Immunsystem an diverse Allergene zu gewöhnen die sich durch den Pollenflug im Frühjahr ergeben, sondern zeigt auch erstaunliche Wirkung bei Menschen, die sensibel auf Insektengifte reagieren. Die Forschung ist in diesem Bereich bereits soweit, dass aktuell sogar bereits an Impfungen im Bereich der Lebensmittel- und Kontaktallergie gearbeitet wird.

Die Spritze dagegen – Allergieimpfung das einzig wirksame  Mittel?

Die Spritze dagegen Allergieimpfung Die herkömmlichen in der Apotheke erhältlichen Mittel gegen Heuschnupfen und Pollen bekämpfen im Allgemeinen nur die Symptomatik aber nicht die Ursache. Durch eine gezielte Allergieimpfung wird das Problem durch Hyposensibilisierung des Immunsystems im Kern behandelt. Bei der Hyposensibilisierung mittels Tabletten oder Tropfen  hat die Praxis gezeigt, dass die Wirkung lediglich bei Gräserpollen Allergie wirksam ist. Generell kann gesagt werden, dass die Therapien mittels Tabletten oder Tropfen unter die Zunge (sublinguale Immuntherapie) noch nicht so detailliert erforscht ist, wie die Allergieimpfung mittels Spritze. Die Praxis hat deutlich aufgezeigt, dass eine Allergieimpfung gegen Heuschnupfen mittels Spritze eindeutig die ergebnisorientiertere Möglichkeit darstellt der lästigen Pollenallergie den Kampf anzusagen. Freilich ist eine Therapie mittels Nadelstich nicht jedermanns Sache, doch das erzielbare Ergebnis einer Hyposensibilisierung mittels Spritzentherapie spricht für sich. Betroffene Patienten wissen zu berichten, dass die Nadelstiche während der Therapie marginal sind im Vergleich zum Leiden während der Pollenflugsaison. Die sanfte Methode mittels Tropfen oder Tabletten zeigt im Allgemeinen auch nur eine sanfte Wirkung und das auch nur hauptsächlich bei Gräserpollen.

Wie lange Dauert die Hyposensibilisierung – Allergieimpfung?

Hyposensibilisierung Wie Eingangs bereits erwähnt, sollte mit der Therapie bereits vor der Pollenflugsaison begonnen werden. Der beste Einstiegszeitraum ist hier der Herbst. Zu Beginn erhält der betroffene Patient wöchentlich eine Spritze mit Allergenen, bei einem Pneumologen, wobei die Dosis von Woche zu Woche erhöht wird um das Immunsystem an die Allergenbelastung heranzuführen. Im Anschluss wird alle 4 bis 8 Wochen eine Spritze mit Allergenen verabreicht. Bis sich das Immunsystem tatsächlich komplett an die Pollenbelastung angepasst hat, vergehen ungefähr 3 bis 5 Jahre. Erst dann kann die Behandlung als abgeschlossen betrachtet werden. Nach dem 2. Jahr sollte sich jedoch bereits eine deutliche Besserung einstellen. Ist dies nicht der Fall, so muss die Behandlung abgebrochen werden. Natürlich werden auch Schnell- oder Kurzzeitherapien angeboten. Ob diese jedoch wirklich wirkungsvoll sind, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Bei der Kurzzeit Allergieimpfung werden dem Patienten 4 bis 8 Spritzen  vor der Pollenflugsaison verabreicht. Es werden auch Allergietherapien mittels Spritze in noch kürzerer Zeit angeboten. Diese komprimierten Therapien bergen jedoch das Risiko von allergischen Reaktionen in sich, da das Immunsystem sich nicht in so kurzer Zeit an die Zufuhr der Allergene gewöhnen kann. Die herkömmliche Methode bereits im Herbst mit einer Anpassung des Immunsystems zu beginnen, ist für den Körper eindeutig die sanftere Variante.

Voraussetzungen für eine Hyposensibilisierung – Allergieimpfung?

Bestimmte Patientengruppen kommen für eine Allergieimpfung nicht in Frage. Dazu zählen Patienten, die über eine Überfunktion der Schilddrüse leiden, Patienten die an schweren Herz-Kreislauf Krankheiten leiden, aber auch Patienten die an Autoimmunkrankheiten oder Infektionskrankheiten wie Tuberkulose leiden. Weiters kommen Patienten für eine Allergieimpfung nicht in Frage, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, oder die an einer Lungenkrankheit wie zum Beispiel Asthma leiden. Generell wird von jedem behandelten Arzt dringend angeraten jegliche allergische Reaktion während dem Therapiezeitraum sofort zu melden. Die Behandlung kann unter gewissen Umständen allergische Reaktionen hervorrufen. Aus diesem Grund ist es ratsam nach der Verabreichung einer Allergieimpfung noch ungefähr 30 Minuten in der Arztpraxis zu verweilen um beobachten zu können, ob das Immunsystem das verabreichte Allergen auch dementsprechend verarbeiten kann. 

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