Was ist ein Lipödem? Alle wichtigen Infos

von Poxrucker (Kommentare: 0)

Lipödem

Was ist ein Lipödem?

Bei einem Lipödem handelt es sich um eine symmetrische Fettanlagerung an den Beinen, den Armen oder auch an der Hüfte. Leiden Betroffene unter einem Lipödem, ist das Unterhautfettgewebe vermehrt. Vor allem Frauen sind von dieser Krankheit betroffen.

Besonders nach der Pubertät oder nach einer Schwangerschaft, wenn sich die Hormone im Körper umstellen, tritt eine chronische Fettverteilungsstörung auf. Die sichtbaren Fettvermehrungen an den Beinen und Armen gehen zudem häufig mit Schmerzen und einer erhöhten Druckempfindlichkeit der Haut einher. Um ein Lipödem erfolgreich zu behandeln, sollten Betroffene rechtzeitig einen Arzt aufsuchen.

Ein Arzt kann mitunter die Beschwerden lindern, einer weiteren Zunahme der Fettansammlungen entgegenwirken und eventuelle Komplikationen verhindern. Leiden auch Sie unter den eben genannten Symptomen, sollten Sie möglichst rechtzeitig zum Arzt gehen, damit auch Sie wieder unbeschwert das Leben genießen können.

Wie entsteht ein Lipödem?

Wieso ein Lipödem entsteht, kann bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Fakt ist, dass die erbliche Veranlagung und eine hormonelle Veränderung wie die Pubertät oder die Schwangerschaft bei der Krankheitsentstehung eine sehr große Rolle spielen. Die verstärkte Fettanlagerung an den Beinen und Armen ist jedoch nicht das einzige Problem.

Leidet man unter einem Lipödem, werden zusätzlich die Blutkapillaren durchlässiger, was dazu führt, dass sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Die Vergrößerung der Fettzellen und auch die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe führen zu einem Druck im Unterhautfettgewebe, der dann schließlich die Beschwerden wie Spannungsgefühle und Schmerzen auslöst. Die Ernährung und das Körpergewicht spielen zwar keine Rolle bei der Entstehung der Krankheit, dennoch können sie die Erkrankung verschlimmern.

Erstaunlich ist, dass oft zwei oder mehr weibliche Mitglieder in einer Familie an einem Lipödem leiden.

Lipödem

Mehr Fettzellen, durchlässige Blutkapillaren

Die Gründe für die krankheitstypische Vermehrung des Unterhautfettgewebes sind zum einen die steigende Zahl der Fettzellen und zum anderen die Vergrößerung dieser Fettzellen. Außerdem nimmt die Durchlässigkeit der feinen Blutgefäße in den betroffenen Regionen zu. Die feinen Blutgefäße werden übrigens auch als Kapillaren bezeichnet.

Durch die Erweiterung der Kapillaren gelangt vermehrt Flüssigkeit ins umliegende Gewebe. Ist der Körper nicht in der Lage, die Wasseransammlungen abzutransportieren, bilden sich sogenannte Ödeme.

Neben einer überaus empfindlichen Haut auf Druck und Berührungen, einem Spannungsgefühl und Schmerzen neigen die Betroffenen vermehrt zu Hämatomen. Bereits sanfte Berührungen können die Blutergüsse unter der Haut hervorrufen. Bei Männern kann ebenfalls ein Lipödem auftreten.

Allerdings ist ein Lipödem bei Männern sehr selten. Männer leiden nur dann unter einem Lipödem, wenn sie an einer ausgeprägten hormonellen Störung erkrankt sind. Das Lipödem kann also in Zusammenhang mit einer Leberzirrhose oder nach einer Hormontherapie auftreten.

Wie äußert sich ein Lipödem?

Ein Lipödem macht sich durch die seitengleiche Vermehrung des Fettgewebes bemerkbar. Häufig betrifft die Vermehrung nur die untere Körperhälfte. Je nach Ausmaß der Fetteinlagerungen kann die Erkrankung in drei verschiedene Stadien unterteilt werden.

Die chronische Erkrankung macht sich vor allem durch schwere geschwollene Beine, eine erhöhte Druckempfindlichkeit der Haut, Schmerzen und eine Neigung zu Hämatomen bemerkbar. Neben den akuten Symptomen kann ein Lipödem über einen längeren Zeitraum gesehen allerdings auch zu einem veränderten Gangbild beitragen. Auch Fehlstellungen der Gelenke und ein vorzeitiger Gelenkverschleiß können die Folgen eines Lipödems sein.

Charakteristisch für ein Lipödem ist, dass der Oberkörper, die Hände und auch die Füße nicht von der Krankheit betroffen sind. Diese Körperteile bleiben dementsprechend frei von Fetteinlagerungen. Doch nicht jeder Mensch hat die gleichen Symptome.

Sollte sich das Unterhautfettgewebe im oberen Teil der Oberschenkel und am Gesäß vermehren, sprechen Ärzte übrigens auch vom Reiterhosenphänomen. Sind die Beine gleichmäßig über die gesamte Länge von einer Fettansammlung betroffen, wird das auch als Säulenbein bezeichnet. Erstreckt sich das Lipödem von den Hüften bis zu den Sprunggelenken, spricht man vom Suavenhosen-Phänomen.

Die drei Stadien des Lipödems

Je nach Ausmaß der Krankheit kann das Lipödem in drei verschiedene Stadien unterteilt werden.

  • Stadium 1: Die Hautoberfläche ist glatt, während sich das Fettgewebe in der verdickten Unterhaut verteilt.
  • Stadium 2: Knotenartige Strukturen lassen sich im Unterhautfettgewebe erkennen. Auf der Haut lassen sich dementsprechend Unebenheiten, Wellen und Dellen blicken.
  • Stadium 3: Das Fettgewebe bildet Überhänge und Furchen. Die Fettwülste bezeichnet man auch als Wammen. Sie entstehen häufig an den Innenseiten der Oberschenkel und an den Knien.

In diesem Video berichtet die Patientin der Beauty Klinik an der Alster Ann-Jilin über die Liposuktion bei Lipödem Stadium 1

Symptome – Von Schwellungen bis Gelenkverschleiß

Ein Lipödem macht sich nicht nur durch die sichtbaren Auswirkungen bemerkbar. Wir verraten Ihnen, welche Symptome und Beschwerden noch auftreten. Je nach Patienten können die Symptome verschieden stark ausgeprägt sein.

Nicht immer lässt sich die Ausprägung der Erkrankung mit dem Stadium verknüpfen. Die wichtigsten Symptome sind:

  • Leidet man an einem Lipödem, können sich die Beine und Arme durch das Gewicht des Fettgewebes und die Flüssigkeitsansammlungen sehr schwer anfühlen. Längeres Stehen und Sitzen sowie warmes Wetter führt bei den Betroffenen oft zu Wassereinlagerungen und somit geschwollenen Beinen.
  • Durch ein Lipödem spannen und schmerzen die betroffenen Bereiche enorm. Bereits eine leichte Berührung kann für den Betroffenen sehr unangenehm und schmerzhaft sein.
  • Durch die Vergrößerung der Blutkapillaren kommt es unter der Haut vermehrt zu Hämatomen. Schon eine sanfte Berührung kann einen blauen Fleck verursachen.
  • Durch die Fetteinlagerungen an den Innenseiten der Oberschenkel kann es zu einer Behinderung beim Gehen kommen. Nicht selten gehen mit dem Wundlaufen offene Stellen und Entzündungen einher.
  • Ist das Lipödem bereits fortgeschritten, kann häufig die Lymphflüssigkeiten nicht mehr richtig abfließen. Die Lymphflüssigkeit entsteht oft ein sekundäres Lymphödem, welches die Beine und auch die Füße anschwellen lässt.
  • Durch die Fetteinlagerungen an den Innenseiten der Oberschenkel kann es zu einem ungestörten Gang kommen. Die Folge ist eine Fehlstellung der Beine. Durch die falsche Belastung kann es demnach verfrüht zum Gelenkverschleiß kommen.

Lipödem

Wie wir ein Lipödem behandelt?

Ein Lipödem (Quelle: Wikipedia) kann nicht direkt behandelt werden. Vielmehr können die Symptome und die Beschwerden gelindert werden. Auch die weitere Zunahme der Fettansammlungen kann mit einer Therapie verhindert werden.

In den meisten Fällen hilft bereits eine Kompressionstherapie. Im fortgeschrittenen Stadium erfolgt die manuelle Lymphdrainage. Außerdem sind regelmäßig Sport und Bewegung ein zentraler Bestandteil der Therapie.

Um eine Verschlimmerung des Lipödems zu vermeiden, müssen Betroffene mit Übergewicht abnehmen und Normalgewichtige das Gewicht halten. Eine weitere, noch nicht so weit verbreitete Methode ist die Fettabsaugung. Bei der Fettabsaugung werden die Fetteinlagerungen operativ entfernt, sodass der Patient sein Leben wieder in vollen Zügen ohne Einschränkungen genießen kann.

Bei einer Therapie des Lipödems sind die Ziele der Befund und die Verbesserung der damit verbundenen Symptome. Obwohl sich ein Lipödem nicht vollkommen heilen lässt, stehen die Chancen einer Verbesserung der Symptome gut, wenn man die Behandlung rechtzeitig und konsequent durchführt. Eine Therapie-Möglichkeit ist die Kompressionstherapie.

Diese Art der Therapie verzögert oder stoppt die Zunahme des Lipödems. Außerdem lindert die Therapie die Schmerzen. Damit die Therapie wirkt, müssen die Patienten Kompressionsstrümpfe, Kompressionsstrumpfhosen, Kompressionsleggings, Kompressionsradlerhosen oder Kompressionsbolerojacken tragen.

Hinzu kommt die Behandlung mit speziellen Geräten.

Schwimmen, Walking, Radfahren – Bewegung hilft

Eine weitere Behandlungsmaßnahme ist die manuelle Lymphdrainage. Diese Behandlung wird überwiegend in fortgeschrittenen Stadien eingesetzt. Die Lymphdrainage ist eine spezielle Massagetechnik, die den Abtransport von Flüssigkeitsansammlungen in Gewebe anregt.

Außerdem sollen sich die Betroffenen regelmäßig bewegen. Besonders Sportarten, die im Wasser stattfinden, sind ideal für die Behandlung eines Lipödems. Außerhalb des Wassers bieten sich Walking, Joggen, Gymnastik und Radfahren an.

Mithilfe von Sport können Betroffene abnehmen. Denn Patienten, die von einem Lipödem betroffen sind, müssen zwingend aufpassen, dass ihr Gewicht nicht noch weiter zunimmt. Bereits vorhandenes Übergewicht kann natürlich auch durch körperliche Aktivität und eine Ernährungsumstellung verloren werden.

Lipödem

Fettabsaugung als Therapieoption

All die eben genannten Therapieoptionen können zwar die Schmerzen lindern und dafür sorgen, dass sich die Fetteinlagerung nicht verschlimmert, sie können das Lipödem jedoch nicht vollkommen behandeln. Die einzige Möglichkeit, das Unterhautfettgewebe zu entfernen, ist eine operative Fettabsaugung. Bei der Liposuktion werden die Fettzellen vom umliegenden Gewebe gelöst und über ein Endoskop abgesaugt.

Die Fettzellen werden durch Ultraschall, Wasserstrahl oder Vibrationen vom umliegenden Gewebe gelöst. Viele Studien haben gezeigt, dass die Operation die Symptome deutlich lindern kann. Bei einigen Betroffenen führte die Operation sogar zur Beschwerdefreiheit und das oft für viele Jahre.

Komplett behandelt wurde das Lipödem durch eine Operation allerdings nicht. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen wirkt sich eine Operation jedoch positiv auf die Mobilität und allgemein auf die Lebensqualität aus. Allerdings müssen sich die Betroffenen bewusst sein, dass, wenn sie wieder an Gewicht zunehmen, auch das Lipödem wieder zurückkommen kann.

Deshalb muss man nach der Operation versuchen, sein Körpergewicht dauerhaft unter Kontrolle zu haben. Die Operation zur Behandlung eines Lipödems gilt zwar als risikoarm, dennoch können Komplikationen auftreten. Eine Wundinfektion oder Nachblutungen lassen sich nach der Operation nicht gänzlich vermeiden.

Außerdem müssen Betroffene wissen, dass sie die Kosten einer Liposuktion oft selbst tragen müssen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in ganz besonderen Ausnahmefällen.

Wie verläuft ein Lipödem?

Ein Lipödem ist eine chronische und progrediente Erkrankung. Das bedeutet, dass die Fettverteilungsstörung immer weiter voranschreitet und sich gegebenenfalls verschlechtert. Diese Aussage stammt aus medizinischen Lehrbüchern, die heutzutage jedoch immer mehr ins Wanken gerät.

Laut einigen Erfahrungsberichten ging hervor, dass sich das Lipödem über viele Jahre hinweg gar nicht verändert hat. Viele Patienten bleiben demnach sogar beschwerdefrei. Die Beschwerdefreiheit ist allerdings nur garantiert, wenn die Betroffenen eine Kompressionstherapie konsequent durchführen.

Außerdem müssen sie mindestens zweimal in der Woche Sport treiben, um die Symptome zu lindern und ihr Gewicht zu halten. Eine häufige Ursache, wieso sich das Lipödem mit fortgeschrittenem Alter immer weiter verschlechtert, ist nämlich eine Gewichtszunahme. Für Betroffene ist das jedoch auch eine gute Nachricht, denn solange das Körpergewicht stabil bleibt, desto weniger schreitet das Lipödem voran. 

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